Faux-Fur ist längst mehr als ein saisonaler Hype – der Trend steht für eine neue Haltung in der Mode: maximaler Look bei minimalem Tierleid. Designer*innen und Streetstyle-Ikonen greifen dafür auf künstliche Pelze zurück, die immer hochwertiger, realistischer und vielseitiger werden. Auf den Straßen von Kopenhagen, New York und Mailand sieht man inzwischen fast nur noch Fake Fur statt Echtpelz – vom bodenlangen Mantel bis zur kurzen, plüschigen Jacke.
„Coat-is-the-outfit“-Prinzip
Was Faux-Fur so beliebt macht, ist dieses „Coat-is-the-outfit“-Prinzip: Du kannst darunter Jeans, Hoodie oder schlichtes Strickkleid tragen – der Mantel übernimmt die Hauptrolle. Besonders angesagt sind voluminöse, fast übertriebene Silhouetten, die an alte Hollywood-Glamourmomente erinnern, aber mit Sneakern oder Bikerboots bewusst gebrochen werden. Modejournalist*innen nennen ihn deshalb gern den inoffiziellen Uniform-Mantel der Fashion Weeks.
Farbtrends
Farblich teilt sich der Trend in zwei Lager: Zum einen neutrale Töne wie Camel, Creme, Schwarz oder Graumelange, die luxuriös und zeitlos wirken und sich perfekt in minimalistische Garderoben einfügen. Zum anderen kräftige Farben – Kobaltblau, Kirschrot, Smaragd – oder sogar mehrfarbige Modelle mit Colour-Blocking-Effekt, die jedes noch so schlichte Outfit in Richtung „Mob-Wife-Glam“ schieben. Streetstyle-Galerien zeigen dabei alles: vom cleanen schwarzen Fake-Fur bis zum regenbogenbunten Statement-Coat.
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Textur
Auch Textur spielt eine große Rolle: Neben klassisch glattem, „glänzendem“ Fell sieht man fluffige Teddystoffe, gekräuselten „Shearling“-Look und Shaggy-Fur mit langen Haaren. Designer arbeiten außerdem gerne mit Kontrasten – etwa Woll- oder Ledermäntel, die nur an Kragen und Manschetten mit Faux-Fur besetzt sind. So wirkt der Trend alltagstauglicher und weniger „voller Pelz“.
Nachhaltigkeit
Ein weiterer Grund für den Erfolg: Viele große Marken haben Echtpelz offiziell verbannt und setzen auf innovative Kunstfasern, teils sogar aus recycelten Materialien. Das kommt dem wachsenden Bedürfnis nach ethischerer Mode entgegen – auch wenn Faux-Fur natürlich immer noch ein Kunststoffprodukt ist und kritisch konsumiert werden sollte. Käufer*innen achten daher zunehmend auf Qualität, Langlebigkeit und verantwortungsvolle Produktion.
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Wie trägt man Faux-Fur heute? Tagsüber funktioniert ein neutraler Fake-Fur-Mantel hervorragend mit Straight Jeans, Rollkragenpullover und Loafern. Für den Abend reicht ein farbiger Cropped-Fur über einem Slipdress und Stiefeln. Wer minimalistisch unterwegs ist, wählt eine Oversize-Silhouette in Beige oder Schwarz und kombiniert Ton-in-Ton – so bleibt der Look ruhig, obwohl die Textur auffällig ist.
Fazit
Unterm Strich ist Faux-Fur der Trend, der Wärme, Drama und Haltung verbindet: Ein einziges Teil reicht, um aus „einfach warm angezogen“ ein Mode-Statement zu machen – ganz ohne echtes Fell.
Auch im Sommer müssen wir auf Faux-Fur nicht verzichten.