Die Capsule Wardrobe ist weniger ein Trend und mehr ein Mode-Lebenskonzept: eine bewusst kleine, aber durchdachte Garderobe, in der fast jedes Teil mit jedem kombinierbar ist. Der Begriff tauchte bereits in den 1970er-Jahren auf, als die Londoner Boutique-Besitzerin Susie Faux eine kompakte Auswahl zeitloser Basics als „Capsule Wardrobe“ beschrieb. In den 80ern machte Donna Karan das Prinzip mit ihrer „Seven Easy Pieces“-Kollektion weltweit bekannt – sieben Teile, aus denen sich unzählige Looks bauen ließen.
Kuratierte Auswahl
Heute erlebt die Capsule Wardrobe ein großes Revival – getrieben von Minimalismus, Nachhaltigkeit und der Überforderung durch ständig neue Micro-Trends. Statt einem vollgestopften Schrank geht es um eine kuratierte Auswahl von vielleicht 25–50 Teilen, die wirklich zum eigenen Alltag, Körper und Stil passen.
Neutrale Farbpalette
Typisch ist eine neutrale Farbpalette: Schwarz, Weiß, Grau, Navy, Beige, dazu 1–2 Akzentfarben. So lassen sich Oberteile, Hosen, Röcke und Jacken spielend kombinieren, weil nichts „beißt“. Blog- und Ratgeberseiten zeigen oft Collagen mit wiederkehrenden Evergreens: Trenchcoat oder Wollmantel, gut sitzende Jeans, Stoffhose, weiße Bluse, Streifenshirt, Kaschmirpullover, schlichtes Kleid, Sneaker, Loafer, Boots.
Quelle: RDNE Stock project via Pexels | Pexels Photo LicenseVorteile
Die Vorteile werden immer wieder ähnlich beschrieben:
- Weniger Entscheidungsstress: Morgens ist schneller klar, was zusammenpasst – das reduziert „Decision Fatigue“.
- Weniger Shopping, mehr Qualität: Man kauft seltener, dafür hochwertiger und durchdachter.
- Mehr Nachhaltigkeit: Eine kleine, langlebige Garderobe bedeutet weniger Mode-Müll und weniger Impulskäufe.
Längst keine Nische mehr
Spannend ist, dass die Capsule Wardrobe längst nicht mehr nur in Minimalismus-Blogs stattfindet, sondern auch auf TikTok, Instagram & Pinterest: Creator zeigen saisonale 10×10-Challenges (10 Teile, 10 Outfits) oder Year-Round-Capsules und inspirieren Millionen dazu, den eigenen Schrank auszumisten.
Titel: Person, Die Weißes Hemd HältQuelle: Arina Krasnikova via Pexels | Pexels Photo License
Wie sieht das im Alltag aus?
Statt fünf ähnlichen Jeans hast du zwei perfekte. Statt zehn „okayen“ Pullis hast du drei, die du liebst und ständig trägst. Eine Herbst-Capsule könnte z. B. enthalten: langen Mantel, Blazer, Jeansjacke, zwei Hosen (Jeans & Stoff), zwei Kleider, drei Oberteile, ein Cardigan, einen Strickpulli, dazu drei Paar Schuhe. Daraus entstehen locker 20–30 Looks, ohne dass du das Gefühl hast, „immer das Gleiche“ zu tragen – weil Schnitte, Materialien und Accessoires variieren.
Fazit
Im Kern steht bei der Capsule Wardrobe eine Frage: Was brauche ich wirklich, um mich jeden Tag gut angezogen zu fühlen? Die Antwort ist fast immer: weniger – aber besser.
Noch mehr Struktur im Kleiderschrank gibt’s hier.