Wenn im Briefkasten wieder ein „Altkleidersack“ liegt (meist als Haustürsammlung mit Abholtermin), ist Skepsis sinnvoll: Solche Aktionen sind für Verbraucher oft schwer zu durchschauen, und es gibt auch unseriöse Sammler, die mit wohltätig klingenden Namen arbeiten. Die Verbraucherzentrale rät u. a., nur an Sammlungen zu geben, die klar erreichbar sind (deutsche Adresse, Festnetznummer) und auf Transparenz zu achten (z. B. Siegel/Logos wie FairWertung oder BVSE-Qualitätssiegel). Hier sind alltagstaugliche Alternativen – je nachdem, in welchem Zustand deine Kleidung ist:
Direkt weitergeben statt „anonym abholen lassen“
Kleiderkammern / Tafeln / Sozialkaufhäuser / gemeinnützige Shops nehmen tragbare, saubere Kleidung oft gezielt an (manchmal nach Saison und Bedarf). Vorteil: Du gibst direkt an eine bekannte Stelle ab und kannst vorher prüfen, was gebraucht wird. (Immer vorher kurz die Annahmeregeln checken.)
Kommunale Abgabe: Wertstoffhof & offizielle Sammelstellen
Seit 1. Januar 2025 gilt in Deutschland die Pflicht zur getrennten Sammlung von Textilabfällen (an Kommunen gerichtet). Für dich heißt das: Es gibt in der Regel weiterhin Container und Wertstoffhöfe – und perspektivisch mehr Möglichkeiten, auch „nicht mehr tragbare“ Textilien getrennt abzugeben.
Wichtig: In Altkleidercontainer von Sammlern soll laut BMUKN weiterhin nur gebrauchstaugliche Kleidung, sofern der Container nicht ausdrücklich auch anderes sammelt.
Quelle: José Franco via Pexels | Pexels Photo LicenseVerkaufen (Geld zurück, Platz frei)
Wenn Teile noch gut sind (Marke, guter Zustand), sind Secondhand-Ankauf/Kommission (lokal) oder Online-Resale (Plattformen/Apps) oft die effizienteste Alternative. Das ist besonders sinnvoll bei:
- hochwertiger Basics (Mantel, Schuhe, Leder, Denim)
- Designer/Contemporary
- gut erhaltener Kinderkleidung
Tauschen statt kaufen
Kleidertausch-Partys, „Swap“-Events, Schulflohmärkte oder Nachbarschaftsgruppen sind Geheimwaffen, wenn du Abwechslung willst, ohne neu zu kaufen. Bonus: sozialer Effekt – und du siehst die Teile „in echt“.
Reparieren, ändern, upcyceln
Der nachhaltigste „Entsorgungsweg“ ist oft: weiternutzen. Klassiker:
- Reißverschluss ersetzen, Knopf annähen, Naht schließen
- Kürzen/weiten lassen (Schneider)
- Aus Hemd → Overshirt, aus Jeans → Shorts, aus T-Shirt → Putzlappen
Quelle: Ron Lach via Pexels | Pexels Photo LicenseWas ist mit kaputt oder stark verschmutzt?
BMUKN sagt: Zerschlissene Kleidung soll grundsätzlich getrennt gesammelt werden, wenn es dafür vor Ort eine Sammlung gibt. Wenn nicht, kann sie weiterhin in den Restmüll. Stark verschmutzte Textilien dürfen in der Regel ebenfalls in den Restmüll – außer deine Kommune bietet eine Extra-Sammlung dafür.
Mini-Entscheidungshilfe
- Tragbar + sauber → Spenden, Secondhand, Tausch
- Tragbar, aber „zu schade“ → verkaufen/Kommission
- Kaputt/verschmutzt → (falls vorhanden) Textilsammlung am Wertstoffhof, sonst Restmüll nach kommunaler Regel
Struktur im Kleiderschrank findet ihr hier.